Abreibung in Rastede
Mit dünner Besetzung, aber großem Einsatzgeist machte sich die Spielgemeinschaft aus Schaumburg, Kassel und Odin II am Sonntag auf den langen Weg an die Nordsee zum Auswärtsspiel bei den Northern Lions. Gerade einmal zwei Auswechselspieler standen zur Verfügung, was im Verbandsligabetrieb wohl eine sehr eigene Definition von „Luxus“ darstellt.
Die erste Halbzeit war geprägt von konzentrierter Verteidigungsarbeit. Immer wieder zwangen die Gäste die Lions zu Fehlern, während sie ihrerseits durch kluge Kicks von Mayo Njikela Punkte sammeln konnten. Zwei verwandelte Straftritte sorgten dafür, dass es zur Pause 6:12 stand – ein Zwischenstand, den man durchaus als Achtungserfolg verbuchen konnte.
Nach der Pause machte sich jedoch die schwindende Luft in der Spielgemeinschaft um Schaumburg bemerkbar. Während die Lions ihre Offensivmaschinerie hochfuhren und die Lücken auf den Außenbahnen eiskalt nutzten, schwand die Ordnung in der Defensive. Sechs weitere Versuche der Gastgeber besiegelten letztlich das deutliche Endergebnis von 11:52. Für etwas Ergebniskosmetik sorgte allerdings noch einmal Manyano Njikela, der nach einem eigenen Scrum den Ball tief aus der eigenen Hälfte aufnahm und die Verteidigung mit einem Chipkick überwand – eine sehenswerte Einzelleistung.
Neben dem Sportlichen gab es auch die kleinen Geschichten, die den Amateurbetrieb so besonders machen. Prop Andre Newey erschien direkt aus der Nachtschicht zum Spiel, hielt die erste Hälfte durch und verabschiedete sich nach der Pause, um pünktlich zur nächsten Schicht wieder in der Firma zu stehen. Einsatz auf und neben dem Platz – Chapeau!
Am Ende bleibt ein Spiel, das trotz des deutlichen Ergebnisses zeigt: Einstellung, Kampf und Teamgeist stimmen. Und wenn es gelingt, in Zukunft mit voller Bank und frischen Kräften anzutreten, darf man sich schon jetzt auf das Rückspiel freuen.
